Dr. Stephan Getzin | Naturwissenschaftler | Ökologe

Stephan Getzin – Informationen zum Werdegang in Namibia

Liebe Namibia-Freunde,

hiermit möchte ich mich Ihnen gerne vorstellen.

Stephan Getzin (2017)Schon als Kind begeisterte ich mich für Afrika mit seinem vielfältigen Leben und den grandiosen Landschaften, weshalb der Kontinent schließlich immer wieder auch Einfluss auf mein Leben und meine berufliche Laufbahn nahm. Als Naturwissenschaftler bin ich heute auf verschiedene Forschungsgebiete wie die Trockenland-Ökologie und die räumliche Analyse von Pflanzen- und Tiermustern spezialisiert. Hierbei interessiert mich besonders, wie sich Pflanzen und Tiere gemeinsam organisieren, um besser mit Wassermangel zurecht zu kommen. In Namibia und Australien forsche ich aktiv an Feenkreisen und anderen Vegetationsmustern, meine Publikationen finden Sie in meinem Google-Scholar-Profil.

Erstkontakt mit Afrika in der Serengeti

Auf Patrouille mit einem Ranger in der Serengeti (1995).Meinen Kindheitstraum, Afrika mit eigenen Augen zu sehen und kennenzulernen, erfüllte ich mir 1994/1995 nach der Schule: Ich reiste für acht Monate ins nördliche Tansania. Die Hälfte dieser Zeit arbeitete ich als Volontär im Ökologie-Department des Serengeti Nationalparks, wo ich half, Vogelarten zu kartieren und Regenfallmessungen im gesamten Park durchzuführen. So war es mir möglich, große Teile des Serengeti-Ökosystems, dessen Wildtiere und umliegende Volksstämme sowie die tägliche Arbeit der Parkranger kennenzulernen. Als ich wieder zurück nach Deutschland flog, hatte ich in meinem Gepäck ein neu erschienenes Buch. Das Buch heißt At the Hand of Man – Peril and Hope for Africa’s Wildlife. Der Autor Raymond Bonner beschreibt darin ein damals neues Naturschutzbewusstsein in Afrika – nämlich eines, das zum ersten Mal die Bedürfnisse und Wünsche der Einwohner Afrikas mit einbezieht und in den Mittelpunkt stellt. Vor allem die Beschreibung eines kommunalen Wildhüter-Projekts in Namibias Kaokoveld und Damaraland, dem heutigen Kunene, war beeindruckend. Das Projekt heißt Integrated Rural Development and Nature Conservation (abgekürzt: IRDNC), übersetzt also in etwa „Integrierte Ländliche Entwicklung und Naturschutz“. Ein großes Himba-Treffen mit John Kasaona stehend in der Mitte und Garth Owen-Smith sitzend auf der linken Seite (2000).Bei diesem Projekt sollen speziell die Wildtiere außerhalb von traditionellen Nationalparkgrenzen geschützt werden. Verantwortlich dafür sind die Einwohner der anliegenden Dörfer – Anfang der 1990er Jahre war dies ein ziemlich neuartiger Naturschutzansatz. Projektleiter Garth Owen-Smith wurde dafür mit den höchsten Umweltpreisen geehrt, etwa 1993 mit dem Goldman Environmental Prize for Africa oder im Jahr darauf mit dem Environmental Program Global 500 Award der UNO. Das IRDNC-Projekt wurde so zu einer der erfolgreichsten Naturschutz-Unternehmungen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. 

Studieren in Namibia

Exkursion zum Vermessen von Welwitschias im Damaraland (1998).Und dieses außergewöhnliche Naturschutzprojekt aus Bonners Buch war es auch, das mich 1996 kurz nach meinem ersten Besuch erneut nach Afrika führte – aber dieses Mal nach Namibia. Mein Plan war es, zum einen an der Universität von Namibia (UNAM) Ökologie und Geographie zu studieren. Zum anderen hoffte ich, in den Semesterferien an Owen-Smiths Projekt mitwirken zu können. So schrieb ich mich im Februar 1997 an der UNAM ein (und schloss im Jahr 2000 als erster Vollzeitstudent aus Deutschland mit einem B.Sc. ab). Tatsächlich wurde ich auch Teil von Owen-Smiths IRDNC-Projekt als Volontär. Die Möglichkeit dazu ergab sich auf einer unserer Uni-Exkursionen, die zufällig ins entlegene Damaraland führte, genauer nach Wêreldsend – was aus dem Afrikaans übersetzt sehr treffend „Weltende“ heißt. Hier ist die Basisstation vom IRDNC-Projekt im Kunene.

Kommunaler Naturschutz in Namibia

Im Hartmannstal während Grenzverhandlungen zum neuen Hegegebiet (1999).Es war die Zeit, als gerade die ersten kommunalen Hege-Gebiete wie etwa Torra gegründet oder geplant wurden. So kam es, dass ich an Versammlungen mit Herero oder Himba teilnehmen konnte. Außerdem begleitete ich John Kasaona – den heutigen Direktor des Projekts – auf verschiedenen Touren ins Kaokoveld, auf denen zum Beispiel die Grenzverläufe des neuen Hege-Gebietes im Marienfluss oder Hartmannstal verhandelt wurden. Zudem lernte ich neue Ökotourismus-Projekte wie das Damaraland Camp kennen, das heutzutage größtenteils von der lokalen Kommune des Torra-Hegegebietes betrieben wird. Eine der eindrucksvollsten Erfahrungen war jedoch ganz anderer Natur: Elefanten und Nashörner aufzuspüren und sich unbemerkt zu Fuß an sie heranzuschleichen. Die Elefanten haben uns nicht bemerkt und wir sitzen sicher vor ihnen am steinigen Hang (1998).Die Kommunal-Wildhüter zeigten mir das Tracking dieser massigen Tiere. Letztlich waren es auch die Touren im Rahmen des IRDNC-Projekts in den entlegenen Nordwesten Namibias, die mich schließlich 1999 zu den Feenkreisen führten. Diese kreisrunden kahlen Stellen im Grasland sind faszinierend und schon bald im Jahr 2000 kehrte ich mit einer Forschungsreise zu den Feenkreisen zurück. Unsere Ergebnisse zur Erforschung dieses Naturphänomens wurden noch im gleichen Jahr publiziert. Die Begeisterung für das Mysterium der Feenkreise beschäftigt mich bis heute und daher habe ich den Feenkreisen ein eigenes Kapitel auf dieser Webseite gewidmet.

Mein Studium in Namibia bedeutete vor allem intensives Lernen und Kulturaustausch. Durch die Exkursionen zur Wüstenforschungsstation nach Gobabeb in der Namib, zur Atlantikküste oder zu den sonderbaren Welwitschia-Pflanzen im Damaraland, lernte ich Namibia intensiv kennen.Die Wüstenforschungsstation von Gobabeb ist der beste Ort um die Ökologie der Namib kennenzulernen. Mit dem Namibia Bird Club sichteten wir auf Exkursionen zum Waterberg oder zum Daan Viljoen Game Park so einige der insgesamt mehr als 700 Vogelarten des Landes. Im Daan Viljoen Game Park untersuchte ich auch verschiedene Grasarten und inwiefern diese mithilfe raffinierter statistischer Methoden als Indikator für Überweidung und Landdegradation geeignet sind, was später im African Journal of Ecology  erschien. Auch andere Untersuchungen zu Feuereffekten in Savannen sowie zu räumlichen Mechanismen, die zur Koexistenz von Graspflanzen und Bäumen in Savannen führen, erschienen im Laufe der Jahre.

Insgesamt waren diese Studienjahre eine einzigartige Möglichkeit, die faszinierende Ökologie Namibias kennenzulernen. Sie bilden daher auch das Fundament für mein Reise-Angebot mit NAMIBIA-ECO-TOURS.

Weitere Bilder

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (14 votes, average: 4,79 out of 5)
Loading...
12-Tage-Rundreise

Erleben Sie exklusiv:

– die älteste Wüste der Welt
– Namibias einzigartige Ökologie
– die mysteriösen Feenkreise
– das wilde Damaraland und Etosha
– wissenschaftliche Infos zu Namibias Natur
– tolle Unterkünfte und gutes Essen

Ab 2.950 €