Wussten Sie schon…

…dass es in Namibia Zwergdünen gibt?

Diese sind kaum bekannt und wurden erst im April 2018 näher unter die Lupe genommen. Im Fachjournal Nature Physics haben mein israelischer Kollege Dr. Hezi Yizhaq und deutsche Wissenschaftler erstmalig erklärt wie diese Minidünen entstehen.

Jeder der an Namibia denkt, wird vermutlich sofort die riesigen Sanddünen von Sossusvlei vor Augen haben (siehe Rundreise, Tag 5). Diese sind bis zu über 300 m hoch. Auf der Oberfläche sind sie meist verziert mit sogenannten Rippeln, also kleinen Sandwellen die man auch vom Uferbereich am Meer kennt. Es gibt aber auch noch eine Zwischengröße – die sogenannten Megarippel. Im Gegensatz zu den nur 1-2 cm hohen und 10-20 cm breiten Rippeln sind die Megarippel deutlich höher und ein Meter breit. Deshalb hielt man sie bisher für riesige Rippel. Die erstmalige Erklärung des Phänomens zeigt aber nun, dass Megarippel eher mit den Dünen verwandt sind. Sie sind also Minidünen oder Zwergdünen.

Solche Zwergdünen sind recht selten, denn anders als normale Dünen bestehen sie nicht überwiegend aus einer einheitlichen Sandkorngröße, sondern aus kleinen und großen Sandkörnern. Wohingegen permanenter Wind über Jahrhunderte die gleichgroßen Sandkörner von echten Dünen zu riesigen Sandbergen wie im Sossusvlei aufschiebt, da formen sich Megarippel durch Wind und das Entlang-Hüpfen der Körner am Boden. Die leichten kleinen Sandkörner fliegen durch den Wind weiter als die schweren Körner die zurückbleiben. Wind, Erosion und das langsame Vorankommen der schweren Sandkörner bilden dann eine Art Zwergdüne, bei der der Wellenabstand durch die „Hüpflänge“ bestimmt wird. Megarippel weisen dabei eine starke vertikale Sandabstufung auf, wobei grobe Körner oben eine schützende Deckschicht bilden, die den Transport des feineren Materials darunter verhindert.

Im Gegensatz zu großen Dünen sind die Zwergdünen sehr unstabil, denn Starkwinde können die Megarippel wieder verformen. Megarippel kommen zum Beispiel bei Torra Bay an der Skelettküste der Namib vor, aber auch in Israels Negev-Wüste, in Jordanien oder in Kalifornien. Wenn Sie das nächste Mal in Namibias Dünenlandschaft unterwegs sind, halten Sie doch einfach mal Ausschau, ob Sie vielleicht nicht noch woanders solche Zwergdünen finden.

Megarippel wie hier bei Torra Bay an der Skelettküste der Namib sind eine Zwergform der viel größeren Sanddünen, die man im Hintergrund sehen kann.

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Willkommen bei NAMIBIA-ECO-TOURS. Durch mein Studium in Namibia und Interesse an Wüstenökologie kenne ich das außergewöhnlich schöne Land nun seit über 20 Jahren. Ich lade Sie ein auf eine exklusive Reise durch Namibia.