Wussten Sie schon…

…dass Namibia vermutlich die größte Gepardenpopulation der Welt beherbergt?

Insgesamt gibt es nicht mehr viele Geparden auf der Erde. 2016 wurden im Fachjournal PNAS neue Zahlen zu dieser Großkatze veröffentlicht. Von den weltweit rund 7100 lebenden Geparden befinden sich – abgesehen von circa 40 Tieren in Asien – alle in Afrika. Hiervon leben rund 2300 Geparde im östlichen Afrika, aber an die 4000 Tiere existieren in den Ländern Namibia, Botswana, Südafrika und Simbabwe im südlichen Afrika. Eine ganz neue Studie vom Dezember 2017 hat nun für diese vier Länder geschätzt, dass die Gepardenpopulation nur rund 3600 Tiere betragen soll. Allerdings beherbergt Namibia von diesen vier Ländern mehr als die Hälfte der Fläche, wo freilebende Geparden vorkommen. Basierend darauf könnten in Namibia schätzungsweise knapp 2000 Tiere vorkommen, was somit die größte freilebende Gepardenpopulation der Welt wäre.

Das Besondere dabei ist, dass über 80% dieser Geparde auf kommerziellen Rinderfarmen, also außerhalb von geschützten Reservaten leben. Einer der Gründe hierfür liegt darin, dass Geparde im Gegensatz zu konkurrierenden stärkeren Räubern wie Tüpfel-Hyänen, Löwen oder Leoparden recht zierlich gebaut sind. Ihr ganzer Körperbau ist auf hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit ausgelegt. Ähnlich wie ein Supersportwagen können sie in rund 3 Sekunden eine Höchstgeschwindigkeit von über 110 km/h erreichen. Das macht sie zum schnellsten Landsäugetier der Erde. In Nationalparken wie der Serengeti oder in Etosha müssen sie dann aber häufig ihre Beute an die stärkeren Räuber wie Löwen oder Hyänen abtreten und nicht selten werden auch ihre Jungen von den größeren Raubtieren getötet.

Auf den namibischen Farmen wurden jedoch bis auf Leoparden stärkere Räuber wie Löwen weitestgehend verdrängt, sodass sie relativ sichere Lebensräume für Geparden darstellen. Darüber hinaus haben die meisten Farmen Dämme und andere permanente Wasserquellen, die Beutetiere wie Antilopen anziehen. Aber auch hier müssen die Geparde auf der Hut sein, denn die Farmer selbst sehen in ihnen häufig eine Bedrohung für ihr Jungvieh. Nicht selten werden sie daher abgeschossen. Erfreulicher Weise gibt es aber mit dem Entstehen kommerzieller Hegegebiete und dem florierenden Tourismus in Namibia ein zunehmendes Bewusstsein unter den Farmern, dass Geparde auch einen hohen ideellen Wert als sogenannte Flaggschiffart haben. Geparde als ganz besonders elegante und schöne Großkatzen gelten somit auch als Aushängeschild für den Naturschutz und Öko-Tourismus. Nicht zuletzt unterstützt auch die Forschung diesen Gedanken, indem sie versucht, das Verhalten der Geparden besser zu verstehen. Ein Vorzeigeprojekt betreibt in Namibia das Institut für Zoo- und Wildtierforschung, dessen Mitarbeiter seit 2002 schon mehr als 300 frei lebende Geparde untersucht haben. Dieser Datensatz ist in der Großkatzenforschung einmalig und wichtig, denn gemäß einem Leitzsatz im Naturschutz, kann man nur schützen was man auch kennt.

Zwei Geparden suchen Schatten auf einer Farm in Namibia.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (2 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Willkommen bei NAMIBIA-ECO-TOURS. Durch mein Studium in Namibia und Interesse an Wüstenökologie kenne ich das außergewöhnlich schöne Land nun seit über 20 Jahren. Ich lade Sie ein auf eine exklusive Reise durch Namibia.